Archiv für September, 2008

Eine anstrengende Arbeitswoche und dann kein Wasser!

Veröffentlicht in Up To Date am September 21, 2008 von paulnaglatzki

In dieser Woche konnten Simon und Ich den Gemüsegarten um zwei weitere Beete erweitern. Da Simon seine Spanischstunden nun abgeschlossen hat, arbeitet er von früh bis 4 im Garten mit. Am Dienstag konnten wir dann endlich einmal mit Stuart in die Stadt mitfahren und sein Gemüse verkaufen. Nach mehreren Nobelrestaurants und einigen Privatkunden hielten wir noch bei einer Bäckerei und aßen Biscochos, eine Art Trockengebäck, für die unsere Region bekannt ist.

Versehentlich liessen wir die Tür von unserem Haus offen und als wir zurueckkammen machten sich einige Hühner an unseren Nahrungsmittelkonserven zu schaffen. Mit etwas Mühe und viel Chaos vertrieben wir sie wieder nach draußen. Das waren jedoch nicht die einzigen ungebeten Gäste, denn seit neustem haben wir noch einen dritten Mitbewohner, Chester, die Maus. Jeden Morgen beim Betreten der Küche, stehen sämtlich Vorratsschranktüren offen und der Mühl ist durchwühlt. Aber so lange er nicht unsere Vorräte auffrisst, kann man damit leben.

Mit unserer wöchentlichen Ration Brombeeren haben wir dann am Donnerstag auch noch Marmelade kochen können. Das hat zwar Unmengen Zucker gebraucht und bis in die Nacht gedauert, aber was am Ende rauskam war echt ein Spitzenprodukt. Auch das Backexperiment: >>Brot ohne Ofen<< ist uns erfolgreich mit der Hilfe unserer Nachbarin Lucia geglückt. Nachdem ich einen einfachen Teig aus Mehl, Wasser, Zucker und Trockenhefe gemixt hatte, bauten wir uns einen Ofen. Ein bisschen Glut in der Feuerstelle zurechtkokeln ein Drahtgestellt darüber und darauf eine Riesenpfanne, die wir uns vn Lucia geliehen hatten. Etwas Butter, damit nichts anbrennt, Tennisballgroße Teigklumpen formen und in der Pfanne etwas platt drücken. Danach die obere Hälfte der anfänglichen Brötchen mit etwas Eigelb bestreichen und die Pfanne mit einem Blech abdecken und darauf ebenfalls ein kleines Feuer entzünden. Mit Hilfe der zahlreichen Kinder hielten wir das Feuer am Laufen und achteten darauf, das keine Flammen unterhalb der Pfanne die Brötchen verbrannten. Nach 4 Durchgängen à ca. 15min hatten wir 25 Brötchen, die noch etwas verbesserungswürdig waren, aber für den Anfang garnicht mal so schlecht.

 

Zu allem Übel stellten wir mit Erschrecken am Freitag, nachdem wir die Mittagspause durchgearbeitet hatten um eher fertig zu werden, fest, dass es kein Wasser vorraussichtlicht bis Freitagabend um 6 geben sollte.  Da wir sowieso in die Stadt wollten, störte uns das nicht weiter. Als wir Samstagfrüh immernoch keiner Wasser hatten, mussten wir neue Reserven anzapfen, da unsere Trinkwasserreserven zur Neige gingen. Da die Farm über mehrere Tanks auf Betonstüzen in 7m Höhe verfügt, konnten wir die Tanks vom Seminarhaus, das im Moment nicht bewohnt ist, anzapfen und haben nun ausreichend Trinkwasser. Es ist zwar etwas umständlich, da wir unsere Wassereimer ca. 200m weit zu unserem Haus schleppen müssen und es nun schon Sonntagmittag ist, aber es geht nun mal nicht anders. Wann es wieder fließend Wasser geben wird und woran es überhaupt liegt, weiß im Moment keiner…da bleibt nur hoffen.

Neue Freiwillige, interkulturelle Kochexperimente und anstrengende Farmarbeit

Veröffentlicht in Up To Date am September 13, 2008 von paulnaglatzki

So langsam habe ich mich an die neue Umgebung, den Arbeitsaltag, die Arbeiter und die Farmarbeit gewöhnt. Die Aussicht auf ein ständiges Kommen und Gehen neuer Freiwilliger macht den Alltag abwechselungsreich. Am Sonntag nach meinem letzten Eintrag hatte ich mir das Ziel gesetzt die Vulkanseen Lagos Mojandos zu erklimen. Ausgeruht, bei gutem Wetter machte ich mich gegen 9 auf den Weg. Man mag es kaum glauben aber die ganze Farm ruhte noch. Vorbei an riesigen Blumengewächshäusern aus Plastigfolie, umzäunt von 7m hohen Bambuswindfängen, Pferderanchen und Eukalyptuswäldern legte ich die erste Stunde zum Fuss des Berges zurück. Danach begann der ällmähliche Aufstieg entlang der sich in Serpentinen schlingenden Schotterstraße. Ab und zu flogen PickUps in Richtung Gipfel an mir vorbei. An beschwerlichen Stellen zögerte ich kurz, nicht doch bis hinauf zu trampen, denn nach knapp drei Stunden wurde jeder Schritt schwere. Die zunehmende Höhe machte mir ebenfalls zu schaffen, ich passierte einige Schilder auf denen die Höhen eingraviert waren. Als ich dann jedoch nach 4h mit zwei fuenfminuetigen Pausen am Kraterrand angelangt war, eröffnete sich ein ungeahnter Blick, der für alles entschädigte. Ein seelenruhiger See umzäunt von steil abstürzenden, beängstigenden Felswaenden zu zwei gegenüberliegenden Seiten, von dicht bewaldeten Abhängen zur anderen und in eine weit auslaufende Feuchtwiese zur vierten Seite. Abegschottet, zwischen den Felswänden hingen dichte Wolkenfetzen, die eine Art Mikroklima bildeten. In den 4000m Höhe war es mächtig kalt, nur mit einer dünnen Jacke bekleidet begann ich in dem eisigen Wind bald an zu frieren. So beschloss ich nicht die schmale Straße des Kraterinnenhangs zu nehmen um an den Rand des Sees zu gelangen, da ich genau diese Straße wieder bergaufnehmen hätte müssen. Nach einer Mittagspause trat ich den Rückweg an. Doch wirklich Lust auf den dreistündigen Abstieg hatte ich nicht. Also Daumen vor dem nächsten PickUp raus. Der recht junge Fahrer hielt und ich sprang auf die Ladefläche, durchgeschüttelt, aber denoch entspannter als nach einem Fussmarsch gelangten wir nach einer halbe Stunde ins Tal und ich fand meinen Weg nach Hause.

Am vergangenen Montag ist auch die letzte Australierinnin abgereist. Doch es waren ein Päärchen und ein 23-jähriger Engländer angekuendigt, die kurz nach Mittag eintrafen. Ich musste an diesem Tag das erste Mal für mich allein kochen, doch zum Glück fand sich ein junger Ecuadorianer auf der Farm, der fürs Probearbeiten gekommen war und stand mir beim Kochen von Reis und allerlei Gemüse zur Seite. Das Päärchen aus Australien und Simon aßen während dessen bei einer der Familien der Farm. Am Nachmittag hatten sie bereits ihre ersten vier Spanischstunden, ich verbrachte die Zeit weitaus sinnvoller im Gemüsegarten beim Herumkarren von Kuhscheiße. Dienstags ist Erntetag, doch leider gab es nicht allzuviel im Garten zu ernten. Neben ein paar Zuchinie fanden sich Radischen, Kopfsalat, Koriander, Rosenkohl, Rotkraut und Blumenkohl. Nach zwei endlosen Stunden im Erbsenfeld war dann auch endlich wieder Mittagspause in der Simon und ich uns um unser Essen Gedanken machen musst. Und was sollte es anderes geben als Reis und Gemüse. Also ab in den Garten. Nachmittags, während sich die anderen mal wieder mit Spanisch abquälten, machte ich mich auf den Weg nach Tabacundo um uns eine etwas abwechslungsreichere Kost zu bieten. Tomaten, Nudeln, verschiedenste Gewürze, Brötchen und tropische Früchte sollten die kommenden Mahlzeiten anreichern. Nach einem kurzen Stop im Internetcafé genemigte ich mir einen sogenannten Choclo, einem gegrillten Maiskolben mit indigener Soße und Butter, führte ein bischen Smalltalk mit den Indigenen. Da mich Stuart Tage zuvor schon in die wichtigsten Tante-Emma-Läden geführt und mich vorgestellt hatte, kannten mich einige Ladenbesitzer bereits. So auch der Obst- und Gemüsehändler Alonzo, das war mein letzter Stop in Tabacundo. Von ihm erfuhr ich ebenfalls welchen Bus ich in Richtung Picalqui Farm nehmen musste. Aufgrund von Bewässerungswasserengpässen im Moment galt es am Donnerstag den künstlich angelegten Bewässerungsgraben vom Fusse des Berges Mojando bishin zur Farm zu reinigen und freizulegen. Mit Machete, Spaten und Hacke bewaffnet machten wir, ein paar Indigene und ich, uns auf den Weg. Wir bahnten uns unseren Weg durch dichtes Unterholz und meterhohes Gras und schafften es letztendlich doch das ausgewaschene Bachbett freizulegen. Nach dem Mittag bereitete ich den Teig für Empanadas vor, die es zum Abend geben sollte. Danach arbeiteten wir in einem der riesigen Kartoffelfelder. Da es keine Maschinen gibt muss jede einzelne Pflanze mit Hilfe des Azadons, ein spatenähnliches Feldwerkeugs, mit Erde anghäufelt werden. In der knallenden Hitze, auf 3000m Höhe in steinhartem, ausgetrockenten Boden herum zu hacken, ging ziemlich auf den Rücken und verhalf uns zu Blasen an den Händen. Doch der Nachmittag sollte mit einem Ausflug in die Stadt belohnt werden. Wir stiegen gegen 4 in den Bus. Ich fragte den Busfahrer audrücklich ob der Bus nach Tabacundo fuhre. Er nuschelte etwas vor sich hin und nickte. Doch der Bus fuhr nicht nach Tabacundo sondern nur daran vorbei. Ich fragte erneut und er meinte das wir schon lange daran vorbei wären. Wir stiegen aus, nachdem er uns 50ctvs. abknöpfte, wo doch eine normale Busfahrt nur 15ctvs. kostet. Angenervt stiegen wir in einen Bus in die entgegengesetzte Richtung und ereichten doch noch unser Ziel. Ich zeigte den drei neuen Freiwilligen die Stadt bis wir im Internetcafé hängen blieben. Kurz vor Dunkelheitseinbruch, gegen kurz nach 6, waren wir dann Zuhause. Wir bereiteten die Empanadas, gefüllte Teigtaschen, mit Tomate-Brokkolli-Füllung als Hauptgang und zum Nachtisch Empanadas mit Bananen-Himbeer-Füllung zu. Ohne jegliches Rezept, mit Augenmaß und einigem rumexperimentieren gelangen sie recht gut.

Am Donnerstagmorgen stellte ich mir den Wecker bereits auf um halb sechs um etwas Milch fuer Muesli zu melken. Eigentlich ist es nicht schwer Milch zu melken, nur die gesamte Menge von bis zu 6l aus der Kuh herrauszuquetschen ist schon ein Kraftakt und bearf viel Uebung. Ohne die Hilfe von einer der Farmbewohnerinnen wuerde ich noch heute an der einen von sechs Kuehen sitzen. Waehrend der folgenden Arbeit in der Farmeigenen Baumschule, oder auch ‚Vivero’ genannt, erfuhr ich einiges Interessantes. Es gibt in der Baumschule ca. 120 000 junge Baeume aller Art. Von Zypressen, Palmen uber Linden, Eykalyptusbaeumen bis hin zu Agavenstraeuchern und Bambusarten ist alles dabei. Die Baumschule hat einen Vertrag mit der Kommune, nach dem  jedes Jahr im Dezember fast alle Pflanzen von der Stadt Tabacundo und Otavalo fuer durchschnittlich 25ctvs. pro Stueck aufgekauft werden. Ein Arbeiter ist vollzeitbeschaeftigt und ander Arbeiter werden aushilfsweise eingestellt. Es ist jedoch ein recht langweiliger Job, da jeder Handgriff der gemacht werden muss 120 000mal wiederholt werden muss – das fuehrt zu einer stupiden, endlosen Beschaeftigung.  Von Zeit zu Zeit springt mal ein Frosch zwischen den Pflanzen rum, aber das wars auch schon. Nach 2500 Baeumchen,soviel passen in eine Pflanzeinheit, fragt man sich dann schon, ob man seine Zeit nicht auch sinnvoller verbringen kann. Aber irgendwann gelangten wir auch da zum lang ersehnten Ende. Als ich  dann zum Volunteershouse zurueckkehrte, entdeckte ich mit entsetzen, das sich unsere hauseigene Maus, Chester, durch meinen Sportrucksack gefressen hatte, um an das darin, in Plastikfolie eingeschweisste Brot zu gelangen, welches ich am Tag zovor dort vergessen hatte. Das Resultat: ein fuenf Zentimeter grosses Loch in meinem Rucksack, ein 500g Brot verschwunden und eine wahrscheinlich zufriedene Maus.

Das Wochenende wollte ich dann in Quito, in der Traumvilla von Tato verbringen. Da die Busse in Richtung Quito Freitags jedoch uebermaessig voll sind, empfohl mir Stuart schon gegen halb 3 loszufahren. Gesagt, getan. Ich arbeitete bis zum Mittag noch im Garten. Es war unerwartet heiss, die Sonne knallte und ich habe mir einen Sonnenbrand, trotz Sonnencreme, geholt. Nach dem Mittag stieg ich in den Bus nach Quito, er war, entgegen meiner Erwartung, ziemlich leer. Nach 1,5h Busfahrt erreichte ich die Vortorte von Quito. Doch ich war noch lang nicht an meinem Ziel. Ich musst naemlich in einen andere Vorort auf die andere Seite von Quito, also steg ich um und fuhr zum Rio Coca, der Hauptanlaufstelle in Sachen Buss. Es war ein heimatliches Gefuehl, das mich dort ueberkam, als ich dort ankam. Ich sah auch seit langem mal wieder ein paar Weisse auf den Strassen rumlaufen. Endlich dann nach einer weitere Busfahrt in Cumbaya angekommen, quartierte ich mich in Tatos Haus ein. Wir bestellten Pizza, sassen, assen und erzaehlten. Spaeter stiess Jakob aus seinem verranzten Llano Chico zu uns. Spaeter trafen wir uns mit den anderen Volunteeren und fuhren auf Party in die Mariscal. Samstag schlief nach der anstrengenden Woche erstmal aus.

Erste Tage der Abgeschiedenheit

Veröffentlicht in Up To Date am September 6, 2008 von paulnaglatzki

Bin jetzt weg aus Quito und auf der Farm in the middle of nowhere, in der Nähe des Dorfes Tabacundo.  Ziemlich abgelegen. Am Dienstag hat mich Gina, unsere Programmkoordinatorin, von meiner Gastfamilie abgeholt, ich hab mich bei ihnen bedankt und mich verabschiedet und bin dann zusammen mit Gina, meinen zwei Riesentaschen in den Bus nach Tabacundo geklettert. Nach 1,5h Fahrzeit waren wir jedoch noch nicht auf der Farm, sondern erstmal in Tabacundo, eine schätzungsweise 5000 Seelengemeinde. Nach kurzer Zeit fanden wir ein Taxi, in Form eines PickUps, luden meine Taschen ein und fuhren hinunter zur Picalquifarm. Dort angekommen empfingen uns Stuart, der eine leitende Rolle auf der Farm übernimmt, zusammen mit seiner Lebensgeährtin. Beides Engländer die vor sechs Jahren nach Ecuador ausgewandert sind. Nach einer kurzen Führung über die Farm ging die Arbeit auch schon los. Ich wurde als Unkrautzufer im Gemüsegarten angestellt. Dies sollte nur ein kleiner Vorgeschmack auf das sein, was mich in den nächsten 10 Monaten erwartete.

Im Moment sind noch zwei weitere Freiwillige hier, zwei Australierinnen, 23 und 30 Jahre alt. Aber die Reisen am Montag, den 8.9., ab. Die Farm lebt teilweise von Freiwilligen, die sich über die Homepage der Farm, www.fbu.ec, anmelden und dann für unterschiedliche Zeiträume hier im Volunteershome einquartieren und arbeiten. Viele verbinden das mit  Spanischunterricht am Vormittag und Arbeit Nachmittags. So wird ein ständiges Kommen und Gehen von Freiwilligen garantiert. Ab Montag kommt ein Engländer, Simon (28), für 2 Monate. Übernächsten Montag kommt Alex, der zweite Freiwillige von ICYE VASE, mit dem ich auch schon aufm Vorbereitungsseminar war. Und so geht das wohl das ganze Jahr über. Alex und Ich werden aber die längsten Freiwilligen sein, die jemals hier waren. In der Zeit werden wir angeblich einige Projekte starten und überall da mit anpacken, was so auf der Farm anfällt. Im Moment hat der Gemüsegarten jedoch erste Priortät, danach soll eines der anderen Häuser als Volunteerhome umgestaltet werden, da dieses hier zu klein und zu unkomfortabel ist.

In den folgenden Tagen arbeitete ich hauptsächlich im Gemüsegarten. Zusammen mit Stuart bearbeiteten wir die Beete, zupften Unkraut und bereiteten sie für neue Aussaat und Pflanzen vor. Ziemlich schweißtreibend, vor allem in der Höhe. Aber mit der Zeit werd ich mich hoffentlich daran gewöhnen. Nebenbei berichtet Stuart von seinen bisherigen Erfahrung und unterbreitet mir seine Pläne für die Zukunft. Zwar bisher alles auf englisch, aber ich hoffe wir können es nach einer Weile dann auf spanisch umstellen. Der Gemüsegarten ist eines von Stuarts Hobbys mit dem er sich und die Farm ernährt. In den letzten Monaten hat er seinen Garten aber auch in einen kommerziellen Zweig umgewandelt.  Mit steigender Qualität und Quantität seiner Pflanzen verlauft er sie in Tabacundo an Kleinhändler und Restaurants. Im Moment hat der Garten 30 Beete, die mehr oder weniger gut bestellt sind. In der kommenden Zeit, die Alex und Ich hier verbringen werden, sollen 14 weitere entstehen, die den Ertrag und den Erlös steigern sollen. Auf Grund der jungen kommerziellen Nutzung ist Stuart immernoch am Experiementieren und ausprobieren, was manchmal auch in Fehlinvestitionen endet.

Neben dem Gemüsegarten gibt es noch eine Baumschule, einige Kühe die gemolken werden müssen, unzählige Meerschweinchen, Hühner, Schweine, ein Esel, Himbeerfelder, Kartoffelfelder, wo ich überall mal arbeiten werden. Ab Oktober werden Schulklassen aus den Privatschulen Quitos einige Tage auf der Farm verbringen und sich im Fach Environmental Education mit Praxisverbund weiterbilden. Das garantiert nochmehr Leute auf der Farm und nochmehr Abwechslung.

Während den kommenden 10 Monaten werden wir unser Essen selber kochen, das Volunteershome sauberhalten und unsere Wäsche waschen. Dazu gibt es nicht etwa Waschmaschinen, sondern Waschtröge und Bürsten. Zusätztlich zu dem, was uns die Farm liefert, bekommen wir jeweils 25 USD Essensgeld im Monat und kaufen uns davon alleszusätzliche was wir nicht von der Farm nehmen können. Der Gemüsegarten liefert allerlei Gemüse, jede von uns bekommt sechs Eier pro Woche und Milch können wir so viel trinken, wie wir melken können. Hin und wieder nach Tabacundo zu fahren und Brot, Käse, Fleisch und andere Notwendigkeiten zu besorgen. Da Lebensmittel hier noch billiger als in Quito sind, werden wir mit den 50 USD im Monat, die Alex und ich zusammen bekommen, sicherlich gut aus kommen. Nur die Küche ist noch nicht so optimal ausgestattet, es gibt keine Kühlschrank, nur eine Campingkochergasherdplatte mit Gasflasche und nur dürftige Töpfe und eine Pfanne. Aber ein Kühlschrank und ein paar andere Haushaltsgeräte sind versprochen. Das gesamte Volunteershome ist…ziemlich…naja…gewöhnungsbedürftig. Es gibt halt die Küche mit Gemeinschaftsraum mit Tisch und Regalen, dann ein Bad mit Dusche und einem Warmwassererhitzer im Duschkopf, wo man wenigstens aufrecht Duschen kann. Dann einen Flur und zwei Schlafräume. Ein Zweibettzimmer für Mädels und ein Dreibettzimmer für Kerle, welches im Moment nur von mir belegt ist. Die Farm bietet also Platz für fünf Freiwillige auf einmal. In der zweiten Hälfte des Hauses wohnt eine andere ecuadorianische Familie. So gibt es hier noch drei weitere Wohnhäuser in denen jeweils eine Familie wohnen. Die Väter sind Farmarbeiter auf der Farm und die Mütter sind Hausfrauen und hüten die Kinder. Jeden Tag sehe ich hier neue Kinder. Wochentags gehen die Kinder in die nahegelegene Schule der Gemeinde Picalqui. Insgesamt leben hier auch der Farm ungefähr 30 Personen. Die Farm besitzt 20 Hektar Land, bietet Schlafplätze für 90 Schüler und Schülerinnen und Seminarräume. Heute, am Samstag, und morgen wird nicht gearbeitet und ich hab frei. Die zwei Australierinnen sind in Otavalo bei einem indigenen Fest. Ich hab erstmal ausgeschlafen, mir mein Frühstück gemacht und ein paar Samen für einen Physalisbaum ausgesäät. Am Nachmittag werd ich sicherlich nochmal nochmal nach Tabacundo reinfahren und mich dort ins Internetcafé begeben und ein bischen surfen. Wie auch in Llano Chico sind Weiße eine Atraktion. Am Donnerstag war ich schon einmal mit Stuart in Tabacundo, er hat mir alles gezeigt und mich seinen Bekanntschaften vorgstellt. Morgen werde ich dann zum 14km entfernten Vulkansee Lago Mojando hinaufsteigen, der ist angeblich eine Aktraktion.

Bis auf weiteres…

PS:

Latitude:     0° 2′18.11″N

Longitude: 78°14′4.88″O