Das nun schon etwas zurückliegend Wochenende mit zwei Tagestrips war einerseits anstrengend und andererseits sehr entspannend. Dem ursprünglichen Plan zufolge wollten wir am Samstag nach Oyecachi, in sehr abgelegeneThermalbäder, und am Sonntag Cuicocha, eine Kraterlagune und mehreren Insel, besuchen. Als wir Samstagmorgen gegen 7 in Cayamba ankamen, von wo aus unserer Bus um halb 8 abfahren sollte, ankamen, lag eine komplette Änderung des Busplanes vor. Da es nur einen Bus nach Oyacachi und zurück gab, waren wir von diesem abhängig und der Busfahrer entschied erst gegen 14:30 abzufahren. Da dies 7h wartend in Cayambe mit sich brachte und wir den gesamten Tag vor uns hatten, entschlossen wir kurzfristig den Viehmarkt in Otavalo zu besuchen und danach weiter nach Cuicocha, der Kraterlagune hinter Otavalo, zu fahren. Gegen 8 auf dem Viehmarkt angekommen, drängten wir uns durch muhende Kühe, kläffende Hund, grunzenden Schweinen und nervigen Hühnern und ihren Besitzern, die ihre Ware lauthals anpriesen. Nach einem kurzen Rundgang über den Poncho Plaza von Otavalo stiegen wir in den Bus nach Quiroga, nahe der Lagune. Zufällig trafen wir einen der jüngsten Arbeiter unserer Farm, Christiano, der im selben Bus auf dem Weg in sein Heimatdorf Cotacachi war. Er half uns den Weg zu finden. Mit einem der Camionettas, eine Art Taxi, fuhren wir die letzten Meter hinauf zur Lagune. Bei strahlendem Sonnenschein, in 3400m Höhe, entschieden wir uns für ein kurzes Erfrischungsbad, was sich als sehr erfrischend herrausstellte, starteten wir unsere Rundwanderung um die 4km x 6km große Lagune. Cuicocha ist ein inaktiver Vulkan der vor 3 Mio. Jahren seine Spitze abgesprengt hat und in einer kleinen Nacherruption drei kleine Hügel auf zwei Inseln in der Mitte des Sees geformt hat. Nach und nach hat sich die Lagune durch die umliegenden Wasserfälle und Regen gefüllt und hat sich zu einer atemberaubenden Landschaftkulisse, am Fusse des Berges Cotacachi, entwickelt. Die 15km lange Wanderung um den See dauert 4h, entlang des schmalen Grat 400m über dem Wasserspiegel. Am Ausgangspunkt angekommen, nahmen wir an einer Bootstour um die Inseln teil, die sich als eher langweilig äusserte. Auf dem Rückweg trafen wir ein junges Ehepaar die uns auf dem Rückweg mit nach Otavalo mitnahmen, da es keine Bus mehr gab. Von dort nahmen wir dann einen Bus nach Hause. Völlig ausgelaugt fiel ich ins Bett und der nächste Tag begann ebenfalls um 6, da wir den versäumten Trip nach Oyacachi nachholen wollten. Wir entschlossen uns, kurz vor 8 am Bus anzukommen und eventuellen Planänderungen vorzubeugen, was sich als richtige Entscheidung herrausstellte, da der Bus bereits um 8 abfuhr und wir ihn gerade so noch erreichten. Ein weiteres Beispiel für die Planlosigkeit und Willkür der ecuadorianischen Busfahrerm war mal wieder der Gringopreis für uns. Er knöpfte uns für die 90min Hinfahrt 3 USD Dollar ab, was sich aber erst auf dem Rückweg als Beschiss herrausstellte, der er nur 1,50 USD verlangte. In Oyacachi angekommen, lösten wir jeweils ein zwei Dollartagesticket und betraten die Quellen über eine, der unzähligen wackligen Hängebrücken, nachdem uns der Indigene am Einlass fragte ob wir denn Badehosen hätten!? :-/ Nach der zurückliegenden Wanderung und der anstrengenden Arbeitswoche, war es sehr entspannend, mal einen Tag der Entspannung und Ruhe zu genießen. Als einzige Gringos in mitten von quichua-sprechenden Indigenen, kamen wir uns ziemlich unheimlich vor. Zwischen den heißen Quellen umherrchillend, sprangen wir hin und wieder in den 3°C kalten Fluss. Um halb 3 fuhr der Bus dann wieder zurück, es dauert jedoch 2,5h da wir einen kleinen Zusammenstoß auf der schmalen Straße mit einem PickUp hatten. Da es alles andere als Versicherung oder ähnlichem gibt, wurde des abgebrochenen Rücklicht, nach einer längeren Diskusion, bezahlt und wir folgten die schmale Hangstraße hinab nach Cayambe und zurück auf unsere kleine Farm. Für die nächste Woche waren zwei neue Freiwillige angekündigt, die im anderen Haus für die eine Woche einzogen. Es stand eine weitere Woche bevor, in der wir 7 hungrige Mäule dreimal am Tag stopfen mussten. Jedoch ist es jedesmal ein neues Erlebniss, da man neue Leute kennen lernt und Erfahrungen in und ausserhalb Ecuadors austauscht. Weiterhin kann man zu 8, Stuart eingeschlossen, viel mehr im Garten erreichen und ich konnte mich mal vom Garten lösen, und mich anderen Aufgaben auf der Farm widmen und mit Ecuadorianern zusammenarbeiten. Eines der Gebäude brauchte dringend ein neues Dach, also half ich beim Bau des Dachstuhls und beim Eindecken. Da jeden Tag ein anderer Arbeiter auf dem Dach arbeitete und keiner so wirklich Ahnung hatte, regte sich jeder neue Arbeiter über die Arbeit seines Vorgängers auf. Der Dachstuhl wurde aus Eukalyptusrundhölzern zusammen gezimmert und danach mit den gesäuberten 150 Jahre alten Dachpfannen eingedeckt.
Zusätzlich zu den 2 weiteren Freiwilligen kamen am Montag 55 Schüler aus Quito und quartierten sich für eine Woche in einem der Seminarhäuser ein. Sie arbeitet auf der Farm, gingen Heu ernten und halfen im Stall. Von Montag an spielten wir dann jeden Tag ab um 4 für 2h Fussball; Gringos vs. Ecis bis zum Dunkelwerden! Sehr anstrengend, enthusiastisch und mit viel Spaß verbunden! Ein weiter Vorteilwar das ich etwas spanisch sprechen konnte. Es scheint, dass sich mehr und mehr Möglichkeiten bieten, mein Spanisch zu verbessern. So auch am folgendenen Wochenende, als wir einen weiteren Tagesausflug nach Cochasqui, einem Dorf mit Pyramiden aus der der Prä-Inka Zeit Quitu-qara von vor 2500 Jahren anschauten! Aber eher langweilig. So vergeht Wochenende für Wochenende ohne das wir einen Tag verschwenden. Nächste Wochendende werde ich vorraussichtlich in den Süden in die Stadt Cuenca zum Gründungsjubileum fahren und dort für ein paar Tage an den Festivalen teilnehmen. Danach werden wir die Wochen an die Küste, nach Montanita, fahren und dort ein paar Urlaubstage verbringen. Mal schauen, wie das wird!