Noch am selben Tag meiner Rückkehr aus dem Urlaub ging es auch gleich in den Garten, da es reichlich zu tun gab. Während der Zeit über Weihnachten und Neujahr hatte dort nämlich keiner wirklich gearbeitet und dementsprechend wuchterte das Unkraut. Donnerstag arbeiteten wir dann auch nochmal im Garten und am Freitag ging es schon wieder auf Reisen, zur Wiederaufforstungsaktion ins 2h entfernte Peribuela. Mit Stuarts Unternehmen, CanopyCo, wollten wir an diesem Wochenende 1000 Bäume in die Erde setzten. Dafür gab es noch einiges zu organisieren. Wir mussten die Bäume, Unterkunft und Verpflegung für 17 englische Schüler, die uns bei diesem Event untersützten, organisieren. Wir transportierten die Bäume aus der Baumschule unserer Farm mit einem Camionetta (Kleintransporter mit Ladefläche; PickUp) in die 2h entfernten, abgelegenen Felder der Gemeinde Peribuela. Da wir das gesamte Wochenende dort verbrachten, hatten wir eine Unterkunft besorgt in der wir und die englischen Schüler essen und übernachten konnten. Nach dem Stuart, Alex und ich am Freitag alle Vorbereitungen für die Pflanzungen am nächsten Tag getroffen hatten und die Schlafräume aufgeteilt waren, hieß es: Warten auf die englischen 18 und 19jährigen, die direkt an diesem Abend aus Quito kommen sollten. Gegen halb neun trafen die 12 Mädels und 5 Jungen ein, es gab Abendbrot und danach wurde sich bei Lagerfeuer und Bier rege unterhalten. Der nächste Tag began bereits halb 7. Nachdem alle gefrühstückt hatten, ging es auf den Ladeflächen mehrerer Camionettas hinauf zum Wiederaufforstungsgebiet. Ungefähr 30 Leute der Gemeinde Peribuela hatten sich uns angeschlossen um an der Minga (Gemeinschaftsarbeitseinsatz) teil zu nehmen. Mit Spitzhacken, Spaten und Eisenstangen bewaffnet liefen wir dann das letzte Stück zur 3 Hektar großen Fläche. Die zu bepfanzende Hangseite war einst gerohdet worden und lag nun seid 15 Jahren brach, das natürliche Ökosystems war zerstört und außer Büschen und Gräsern war dort nix zu finden. Mit der Wiederaufforstung soll die Wiederherstellung des natürlichen Ökosystems, des Nebelwaldes, beschleunigt und in Gang gebracht werden. Als wir am Bestimmungsort angekommen waren, ging es auch sogleich los. Paarweise wurde aller 3m ein Loch im steinigen Untergrund gegraben, das Bäumchen eingesetzt und mit Erde stabilisiert. So wurden innerhalb von 2h 800 Aliso Blancos (Weiße Erlen), 170 Pumamakis (landestypischer Baum) und 30 Cedros (Zedern) in die Erde gebracht. Ecuadorianer als auch wir Gringos arbeiteten super im Team. Alles verlief schneller und reibungsloser, als wir zuerst angenommen hatten. Nach einer kleinen Erfrischungpause kehrten die ecuadorianischen Helfer zurück in die Gemeinde und wir und die Schülergruppe aus England fuhren im Camionetta weiter den Berg hinauf. Gegen Mittag kamen wir an einer kleinen Hütte Rande des natürlichen Nebelwaldes an und es gab Mittagessen. Danach machten wir uns auf den Weg durch den noch in takten Nebelwald hinab zu einem Wasserfall. Unterwegs wanderten wir auf einem kleinen Pfad an 150 Jahre alten altotropischen Bäumen vorbei und es ging durch dichtes Unterholz und Farngestrüpp, bis wir an dem eiskalten Wasserfall ankamen. Einige Mutige wagten ein Bad in dem kühlen Naß, aber da es sonnig und heiß war, tat ein Erfrischung gut. Nach einer guten Stunde machten wir uns auf den Rückweg zurück zur Hütte, wo auch schon das Camionetta wartete und uns wieder zurück zur Unterkunft brachte. Am Nachmittag spielten wir dann noch Fussball, Karten und ließen uns die Höhensonne auf den Bauch scheinen. Der Abend klang dann mit Lagerfeuer, Gitarrenmusik von Alex, Puntas (90prozentiger Schnaps aus Zuckerrohr) und Bier aus. Am nächsten Morgen ging es dann leicht verkatert auf die Farm zurück, während die Engländer noch einen Abstecher auf den Markt von Otavalo machten und dann ebenfalls nach Quito zurückkehrten.
Archiv für Januar, 2009
Minga in Peribuela – 1000 Bäume mit neuer Heimat
Veröffentlicht in Up To Date am Januar 11, 2009 von paulnaglatzkiEcuadors Küste in 11 Tagen – Von Atacames nach Guayaquil
Veröffentlicht in Up To Date am Januar 11, 2009 von paulnaglatzkiNach dem Weihnachten gut überstaden, das Freiwilligenhaus aufgeräumt, der Garten halbwegs versorgt, die Hühner gefüttert und die Sachen gepackt waren, ging es Freitagabend, dem 26.12., in Richtung Quito los. Ich traf mich mit meinem Reisegefährten Kai in der Mariscal, nahe der Busstation von Trans Esmeraldas und wir schlugen noch die letzten 3h bis zur Abfahrt um 23 Uhr mit einem ausgiebigem Besuch Internetcafé tot. Danach starten wir unsere Reise in Richtung Atacames in der Provinz Esmeraldas am nördlichen Ende der ecuadorianischen Küste.
Samstag, 27.12., Atacames – Esmeraldas – Mompiche
Nach 7h in Atacames angekommen, fuhren wir noch am selben Morgen direkt weiter nach Süden, in das 3h entfernte Küstendörfchen Mompiche. Etwas abseits von der Küstenstraße standen ein paar Bambushütten aufgereiht an der Küste. Der einheimische Colito nahm uns sogleich unter seine Fittiche und besorgte uns direkt am Strand eine billige Bleibe. Nach einer kurzen Erholungspause in den Hängematten auf der Terrasse mit Meerblick ging es am Nachmittag auf eine Bootstour an der Küstenlinie von Mompiche entlang. Vorbei an Steilküsten mit Blaufusstölpeln, einem schwarzen Strand, traumhaften Kokospalmenstränden bis hin zu einer Flussmündung, wo es Delphine zu sehen geben sollte – es aber keine zu sehen gab. Nach einem Stop auf einer von der Ebbe freigelegten Insel von 30m Durchmesser ging es auch wieder zurück. Am Abend gingen wir noch ein wenig am Strand spazieren, tranken aus einer Kokosnuss, die frisch vom Baum gefallen war und gönnten uns zum Abendbrot frischgefangene Langusten in Kokosnusssoße. Da wir hochlandverwöhnte Urlauber keine Moskitos kannten, wurden die ständigen Begleiter zur nervigen Plage und ohne den Mückenschutz „Off!“ wär der Urlaub auch nur halb so schön gewesen. Also „Off!“ auf den Körper, das eisgekühlte Bier und die Cola auf den Tisch und den Abend am Lagerfeuer mit Cola-Bier ausklingen lassen. In Mompiche begann dieser allabendliche Brauch.
Sonntag, 28.12., Mompiche – Chamanga – Pedernales – Coco Solo – Cojimies
Da wir nicht sonderlich lange am Vortag aufgeblieben waren, wachten wir, wie an fast jedem Tag der Reise, bereits gegen 8 auf; kauften Brötchen, Marmelade und Früchte und hatten so ein super Frühstück für weniger als 2 Dollar. Danach setzten wir uns wieder in den Bus weiter Richtung Süden, ohne jegliches Ziel. Die nächst größere Stadt war Chamanga an einer Meeresbucht. Das heruntergekommene und dreckige Shrimpfarmer Städtchen wirkte jedoch nicht sehr einladend und diente uns nur als Umstiegsort in den nächsten Bus nach Pedernales. Doch auch hier gab es nicht wirklich etwas, was einladend auf uns wirkte. Zwar um einiges Belebter und größer, aber dennoch staubig, hektisch und abstoßend. Also ging es auf nach Norden, in entgegengesetzter Richtung, auf eine Landspitze nach Cojimies. Eine 40km lange befestigte Sandstraße entlang, mit einer Landschaft, die ohne die Palmen, an die Steppen Afrikas erinnerte. Auch die heruntergekommen Industriestadt Cojimies war weniger belebter und man bekam den Eindruck in einer Geisterstadt des wilden Westesn zusein. Nach längerem Suchen und dem Befragen der wenigen Einheimischen, fanden wir Cabanas (Zimmer mit Bad), die unserem Preislimit und unseren Ansprüchen genügten. Wiedermal im Sonnenuntergang badend, gesellte sich ein junger Einheimischer zu uns und wollte neugierig alles über uns wissen, da sie offensichtlich nicht oft ausländische Besucher in ihrem Städtchen bekämen. Zum Glück hatten wir bereits zuvor in Pedernales Brötchen und Mangos gekauft, da von Restaurants weit und breit in Cojimies nix zu sehen war. Nach ein paar Spielen Offizierskat zogen wir die Moskitonetze über uns und verabschiedeten uns vom Tag.
Montag, 29.12., Cojimies – Pedernales – Jama
Wie verließen unsere Cabanas gegen 11, stiegen auf einen Buss und flogen mit 60 Sachen auf dem Dach der klapprigen Schrottmühle den Weg zurück von der Landspitze nach Pedernales. Stiegen dort mit orginaler Sturmfrisur in den Bus, der uns weiter Richtung Süden, nach Jama, brachte. Unterwegs ließen wir riese Meerwasserbecken zur Shrimpszucht, sowie Trockenwälder und tropische Wälder links und rechts liegen und erreichten nach 90min Bus fahren Jama. Das Städtchen, das von Bananen- und Kokosplantagen lebt, liegt 4km von der Küste entfernt in der Provinz Manabi. Eine Habitacion (Übernachtungsgelegenheit) fand sich schnell in einem großen Einfamilienhaus, das von einer älteren Dame, die wir Mamita tauften, nicht weit vom Dorfplatz. Für das einzige Zimmer, welches sie zu vermieten hatte, wollte die Mamita zuerst 20 Dollar haben, nach guten Zuredem hat sie dann aber auf 10 Dollar eingelenkt. Danach fuhren wir noch an den Strand, aßen Fisch und ließen den Tag in der Abendsonne mit Colabier auf dem Balkon der Mamita ausklingen. Unterm Strich war es der billigste Reisetag, mit 15 Dollar pro Person.
Dienstag, 30.12., Jama – Canoa
Am 4. Tag erreichten wir eines der Zwischenziele unserer Reise – Canoa. Wir hatten zuvor schon viel von der Partystadt gehört, die unter anderem auch zu den besten Surfspots der Welt zählen sollten. Dort angekommen fanden sich aber zuerst nur Betonhäuser und triste Straßenzüge, als wir dann zum Strand hinunterliefen, wurden die Betonblöcke durch Bambushotels abgelöst und die öden Gassen verwandelten sich in belebte Partymeilen. Nachdem wir aussichtlos die gesamte Hostalstrandfront nach einem freien Zimmer abgesucht hatten, begaben wir uns in die zweite Reihe hinter dem Strand. Aufgrund des bevorstehenden Silvesters gab es weit und breit keine freien Habitaciones und wenn, dann waren sie, aufgrund der Hochsaison, maßlos überteuert. Am Ende quartierten wir uns verhältnismäßig teuer im Canoa’s Inn ein. Da sich Kais Husten und Schnupfen, den er schon seit Monaten mit sich herumschleppte, nicht besserte, beschlossen wir am nächsten Tag ins Krankenhaus im 5km entfernten Bahia de Caráquez zu fahren. Nach dem vorletzten Sonnenuntergang des Jahres spielten wir noch etwas Volleyball und erkundeten das Nachtleben Canoas. Ausgelassen feierten die Gringos zu Reggeaton und Cocktails. Hier und da mal ein besoffener Eci im Rinnstein, aber viel mehr war nicht, zu dem man sich hätte hinreißen lassen können. Also gingen wir ins Bett um uns für den nächsten Tag auszuruhen.
Mittwoch, 31.12., Canoa
Da Kais Krankheit nicht besser wurde, war ein Besuch im Krankenhaus unumgänglich, also wieder in den Bus, mit der Fähre über die Bucht von Caráquez übergesetzt und in die Notaufnahme des nächsten Krankhauses. Dort erwarteten uns 20 Schwestern und Ärztinnen, die uns zuerst kichernd musterten und erst nach mehrmahligem Fragen die Behandlung begannen. Es endet mit der Verschreibung von weiteren Antibotikas und Hustensaft. Da wir nun einmal in Bahia waren, und die Stadt an sich nicht klein war, machten wir einen Rundgang am Strand der Hotelstadt, die etwas Mallorcafeeling aufkommen ließ und beobachteten die Wasserskifahrer, Wakeboarder und Bananabootfahrer. Am Nachmittag setzten wir wieder auf der Fähre über und liefen in Richtung Canoa zurück, in der Hoffnung einen Bus oder Camionetta anzutreffen, das uns die 20km mit zurücknahm. Nach einer Stunde hielt dann endlich ein Auto und nahm uns mit. Am Abend, als wir gerade beim Abendbrot im Cafe Flor saßen, viel dann der Strom in gesamt Canoa aus und wir schauffelten den Rest bei Kerzenschein in uns hinein. Später am Abend lief dann alles wieder und der Beat wurde in den Strandbuden wieder aufgedreht. Wir schlenderten durch die Straßen, aber die Silvesterstimmung fehlte irgendwie, die Leute waren nicht wirklich am Feiern und die erwarteten Strandfeuer blieben auch aus. Also füllten wir die verbleibenden Stunden mit ein paar Cocktails. Kurz vor 12 versammelte sich dann alles auf den Straßen und die Ano Viejos (lebensgroße Puppen aus Pappmaschée) wurden auf die Straßen geschleppt und angebrannt. Laut dem Brauch verkörpert jede Puppe ein negatives Ereigniss oder eine unbeliebte Person des letzten Jahres und wird somit im alten Jahr verbrannt und soll vergessen werden. Wenn diese dann lodern, wird einzeln darüber gesprungen. Ein paar Böller und Raketen sind auch geflogen, aber eher weniger. Danach stürmten die ganzen Leute wieder zurück in die Discos und an die Bars um zu tanzen und zu saufen. Wir blieben noch ein Weilchen und machten uns dann zurück ins Hotel.
Donnerstag, 1.1., Canoa – Bahia de Caráquez – Portoviejo – Manta – Puerto Lopez
Am Neujahrsmorgen wurden wir bereits um 11 aus unserem Hotel rausgeschmissen und fuhren nach Bahia um von dort den Bus nach Puerto Lopez zu nehmen. Dort angekommen, gab es wegen des Feiertages angeblich garkeine Busse. Der Taxifahrer bot uns sogar eine 40-Dollartaxifahrt an. Nach kurzer Diskusion kam dann aber doch ein Bus, jedoch nach Portoviejo. Man sagte uns, dass von dort aus Busse zu unserem Ziel fahren würden, also wir in den Bus rein und nach Portoviejo gefahren. Dort gab es dann aber auch keine Bussenach Puerto Lopez, sondern nur nach Manta, der 3. größten Stadt an Ecuadors Küste. Man versicherte uns wieder, dass es von dort Busse nach Puerto Lopez gäbe. Dort angekommen, wie sollte es anders sein, gab es natürlich keine. Im Busterminal trafen wir auf zwei Schweizerinnen, die ebenfalls auf dem Weg dort runter waren und auch nicht weiterwussten. Nach langem hin- und herüberlegen entschieden wir uns für ein 40 Dollar Taxi, da wir nicht in Manta bleiben wollten. Nachdem wir im 100 km entfernte Puerto Lopez angekommen waren und uns einquartiert hatten, suchten wir eins der nächsten Tourbüros auf um uns über Touren auf die Isla de la Plata, „das Galapagos für Arme“, zu informieren. Die Insel liegt 1,5h vor der Küste von Puerto Lopez und bietet allerlei Vögel und eine interessante Unterwasserwelt. Der Tagesausflug mit geführter Tour auf der Insel und Schnorcheln am Korallenriff kostete 40 Dollar. Ohne zuzusagen wollten wir uns am nächsten Tag nochmals erkundigen.
Freitag, 2.1., Puerto Lopez – Isla de la Platta – Puerto Lopez
Da alle Touren bereits um halb 10 begannen und wir uns immernoch nicht schlüssig waren, mit welchem Tourbüro wir fahren sollten, saßen wir bereits um 8 beim Frühstück und wollten uns danach auf die Suche machen. Während wir aßen kam eine Frau an und bot uns die Tour für ebenfalls 40 Dollar an, doch wir konnten noch einen 5 Dollarrabatt aushandeln. Wir bezahlten und um halb 10 stiegen wir ins Boot und fuhren in Richtung Isla de la Plata. Nach kurzer Motorpanne erreichten wir die Insel und begannen den Rundgang. Viel zu sehen gab es nicht, außer Trockenwald, Blaufüsstölpeln und Fregattvögeln. Die auf der Insel sehr verbreitete Tölpelart war an den Menschen gewöhnt und nisstet völlig ungestört mitten auf den Trampelpfaden der Insel. Nach dem unspektakulärem Umherlaufen freuten sich dann alle auf den Tauchgang. Im Boot sitzend und Mittag essend, tauchten plötzlich riesige Schildkröten neben dem Boot auf. Wir setzten Maske und Schnorchel auf und sprangen ins erfrischende Nass und konnten die Schildkröten hautnah erleben ohne sie dabei zu berühren. Neben den Amphibien fanden sich zahlreiche bunte Fische und ein Seeaal. Nach dieser Spontanaktion ging es dann zum richtigen Tauchspot. Na einer Felsenküste machten wir das Boot fest und tauchten ab in die Korallenunterwasserwelt mit Elefantenfischen, Kugelfischen und einem farbenfrohen Meer aus tropischen Fischen. Zwischen den Korallen musst man aufpassen nicht anzuecken und sich dabei die Haut aufzuschneiden. Unversehrt stiegen wir ins Boot und machten uns um 3 auf die 90-minütige Rückfahrt, diesmal ohne Motorschaden. Am Abend fiel dann auch noch der Strom aus, aber da wir sowieso vom Tag geschlaucht waren, fielen wir ins Bett.
Samstag, 3.1., Puerto Lopez – Montañita
Vor unserer Weiterreise wollten wir noch den berühmten Strand der ecuadorianischen Küste: Playas de los Frailes (Mönchenstrand) etwas nördlich von Puerto Lopez besuchen. Der nur mit dem Bus zu erreichende Strand befand sich in einer Bucht von Steilklippen umgeben, mit weißem, feinem Sand und türkisblauem Wasser. Wir suchten uns ein ruhiges Plätzchen am wenig besuchten Strand und verbrachten den gesamten Vormittag und frühen Nachmittag da. Ein kleiner Spaziergang auf die Felsklippen wechselte das öde am-Strand Rumliegen ab. Danach ging es zurück und weiter Richtung Süden nach Montañita, das Partydorf schlecht hin. Nachdem wir auf der Fahrt durch den Küstenjungel die Provinz Guayas erreicht hatten, stiegen wir im von Menschen übefüllten Montañita aus und machten uns auf die Suche nach einem Hostal. Wir drängten uns durch die Menschenmaßen von Hostal zu Hostal und erhielten Absage über Absage. Nach guten 15 Hostals fanden wir eines, das nur noch ein Ehebett im Angebot hatte. Zu dem verlangte der Besitzer 15 Dollar pro Person, auf Grund des Wochenendes in der Hochsaison. Da die Suche jedoch aussichtlos schien, handelten wir ihn auf 12 herunter und zogen für eine Nacht ein. Diese war wohl die schlechteste und teuerste Habitacion, die wir auf unserer Reise bezogen. Bei einigen Bieren beobachteten wir dann noch das bunte Treiben in den Gassen der Bambushostalhütten und endeten den Tag.
Sonntag, 4.1., Montañita – La Librtad – Salinas
Das Frühstück verlief wie jeden Morgen recht billig, ein paar Brötchen, die mitgebrachte Marmelade, ein paar Mangos und eine Ananas. Da an diesem Sonntag allgemeine Aufbruchsstimmung herrschte und alles zurück nach Hause fuhr um am nächsten Tag zur Arbeit zu gehen, schlossen wir uns dem Menschenstrom in Richung Bus an und fuhren weiter nach La Libertad und von dort aus an den westlichsten Punkt Ecuadors, Salinas. Da Salinas nur 2h von der größten Stadt Ecuadors, Guayuaquil (2,3 Mio.), entfernt liegt, ist es zur Hochburg von Badetourismus in Ecuador geworden. Riesige Hotelkomplexe, ein Yachthafen und teure Restaurants reihen sich hinter dem hässlichen, überfüllten und vedreckten Strand am Malecon (Strandpromenade), wie man es so nur aus Spanien und Kroatien kennt. Dort fanden wir am Abend dann sogar noch ein ordentliches Volleyballfeld, mit Spielern die sogar die Beachvolleyballregeln beherschten und zockten noch ein paar Sätze. Normalerweise können die Ecuadorianer nämlich nur eine abgewandelte vereinfachte Art des Volleyballs spielen, bei dem so ziemlich alles erlaubt ist, was beim richtigen Volleyball nicht erlaubt ist. Wir wollten danach noch zum westlichsten Punkt von Ecuador, dem Kap von Salinas. Der Zutritt wurde uns jedoch verwehrt, da die Landspitze von der Marine Ecuadors, der Armada del Ecuador, besetzt war.
Montag, 5.1., Salinas – Progreso – Playas
Am vorletzten Tag unserer Reise ging es in den Ort Playas, was soviel heißt wie „Strände“. Wie auch Salinas liegt es nahe der Stadt Guayaquil und wird somit als Wochenend- und Feiertagsausflugsziel der Guayaquilenos genutzt. Da es aber nun unter der Woche war, war es wie ausgestorben und es tummelten sich nur vereinzelte Strandbesucher in der Brandung. Wir fanden nochmals eine günstige Habitacion für 5 Dollar, in der sich allerdings mein Bett mitten in der Nacht verabschiedete und ich auf der Erde schlafen musste. Am Nachmittag schlenderten wir am Strand entlang, an Fischern und riesigen Villen mit Meerblick vorbei bis vor zu einer Landspitze an dem wir den Sonnenuntergang super hätten beobachten können, wenn es nicht bewölkt gewesen wäre. Verzweifelt suchten wir am Abend auch noch nach einem guten Restaurant, was sich aber als aussichtlos erwies und wir in einem der zahllosen Comedores (billige Restaurants)endeten, in denen es Mittag- und Abendessen für jeweils 1,75 gibt, welches dann meist aus einer Suppe und Reis mit Fisch besteht.
Dienstag, 6.1., Playas – Guayaquil – Tabacundo
An unserem letzten Tag hatten wir dann auch allmählich die Schnauze voll von Strand, Sonne, Meer und der ewigandauernden Hitze. Wir verabschiedeten uns von Strand und Ozean und setzten uns in den Bus nach Guayaquil. Da Kai noch einige Tage in Guayaquil verbringen wollte, suchten wir in der Millionenstadt für ihn noch verzweifelt ein Hostal. Glücklicher Weise trafen wir auf zwei ältere Herren, die hohe Sicherheitsangestellte des Bürgermeisters waren. Sie nahmen uns mit zu einem relativ günstigen Hostal etwas ausserhalb der Stadt, das Kai preislich zusagte. Am späten Abend verabschiedete ich mich von Kai und setzte mich in den Bus in Richtung Farm und kam am Mittwochmorgen bei Kälte und in strömendem Regen auf meiner Farm an.
Bilanz
Auf unserer 11-tägigen Reise haben wir sehr viel gesehen, viele Leute kennen gelernt und auch gleich noch die Galapagosreise abgeschlossen. Seit dem ich in Ecuador angekommen war, hatte ich die Idee, einmal die komplette Küstenlinie herunterzufahren, was ich mir hiermit verwirklich hatte. Mein Highlight war das Tauchen am Riff vor der Isla de la Plata und die einsame Ruhe in Mompiche. Da wir unterwegs nur von Sonnenschein begleitet wurden und sich die Gesamtkosten mit 220 Euro auch im Rahmen hielten, hätte es garnicht besser laufen können.
Weihnachten in Ecuador
Veröffentlicht in Up To Date am Januar 11, 2009 von paulnaglatzkiDa nun über Weihnachten weder Stuart noch Freiwilligen auf der Farm waren, wurde ich von unserem Farmkollegen und Kumpel Edwin in sein Haus eingeladen. Wie auch in Deutschland findet sich am 24. die engste Familie zum Mittag und Abendbrot zusammen, in diesem Sinne waren das Edwin, seine Frau Maggi und seine zwei Töchter Michaela (6) und Patchi (5), ein französischer Entwicklunghelfer und Freund der Familie und ich. Das Mittagessen bestand aus einer ecuadorinisch typischen Hühnersuppe und Reis mit Bohne und Huhn. Danach kamen ein paar weitere Familienangehörige aus der Nachbarschaft und man saß, trank und aß ein wenig und es wurde sich munter unterhalten. Die Kinder malten und schauten DVD. Normalerweise gibt es auch einen Weihnachtsbaum am typisch ecuadorianischen Weihnachtsabend, der fehlte jedoch hier. Zwischendurch fuhr ich noch mit Edwin in die Stadt um einiges zu erledigen, dabei konnte man den ähnlichen Weihnachtsstress wie auch in Europa erkennen, die Leute am rumsuchen und rumrennen, um letzte Geschenke zu finden. Der einzige Unterschied bestand darin, dass kein Schnee lag und die Leute nur leicht bekleidet umhersprangen. Vor dem Abendbrot wurden dann noch zwei Hühner geschlachtet und zubereitet. Das Angebot am Abend war groß; es gab Reis, natürlich, in Form der spanischen Hühnchenpaella, Suppe, Obst, mehrer Salate und Gemüse. Nach dem Essen, gegen 9, wurde dann der Wein rausgeholt, Salsa aufgelegt, der Tisch aus dem Weg geräumt, das Feuer im Kamin entzündet und in gemütlicher Runde das Tanzbein geschwungen. Nach europäischer Manier hatte ich auch etwas kleines für die Kinder und Edwin mit gebracht. Doch wie sich herausstellte, war ich der einzige, der etwas zu verschenken hatte, gefreut haben sie sich jedoch trotzdem. Gegen 2 lag ich dann auch im Bett. Am nächsten Tag fuhr ich dann nach Tabacundo und verbrachten den halben Tag mit meinem Kumpel Alonzo in seinem Frucht- und Gemüsehandel, der er auch nix besseres zu tun hatte, als zu arbeiten. Alles in allem sehr entspannte Weihnachten ohne viel Stress und mit etwas Arbeit im Garten.