Archiv für Februar, 2009

Kurzbericht bei Regen – Rückblick auf die Woche

Veröffentlicht in Up To Date am Februar 17, 2009 von paulnaglatzki

Es ist nun Sonntagabend, es regnet – mal wieder! Und es bleibt ein wenig Zeit vom Wochenende zu erholen und Kraft für die kommenden Tage zu schöpfen. Die vergange Woche war mal wieder ausstaunlich abwechslungsreich. Da von jetzt an Montag immer Putztag ist, waren wir denn ganzen Vormittag damit beschäftigt das Haus zu säubern. Als bald kamen auch die nächsten neuen Freiwilligen an; Lottie und Saffron (England – 1 Woche). Zwei 19jährige frischgebackenen „Abiturientinnen“, die hier, in Picalqui, ihre Südamerikarundreise starteten. Am Nachmittag haben wir dann unser Kartoffelexperiment beendet. Die Tonnen, in denen wir über 3 Monate Kartoffeln haben wachsen lassen, haben wir voller Erwartung geleert um die angeblichen Unmengen von Kartoffeln zu ernten. Doch es folgte eine derbe Ernüchterung, aus den zwei Tonnen, die jeweils um die 15Kg Kartoffeln liefern sollten, kamen maximal 2Kg winziger Kartöffelchen. Das Problem ist noch fraglich, aber eine Ursache ist ein Überschuss von Wasser. Kommenden Woche werden wir das Experiment aufs Neue starten und hoffentlich aus der Vergangenheit lernen.
Harvestday … hey, hey … hey, hey, hey … harvestday! Unser Lied, womit jeder Dienstag, Erntetag, eingeleitet wird. Also alles was reif und groß genug ist, wird geerntet, gewaschen, in Kisten geladen und in den blauen PickUp Truck von Edwin, Stuarts Kumpel, gepackt. Nach dem Mittagessen geht es dann zum Verkauf, zu erst werden die 10 Familien mit ihren Bestellungen beliefert, danach wird alles Übriggebliebene zum Verkauf auf den Straßen Cayambes, einer der nächst gelegenen Städte, angeboten. Gegen halb 6 mach ich mich dann meistens vom Acker und verzieh mich ins Fitnesssudio, welches sich ebenfalls in Cayambe befindet. Da gegen viertel 8 bereits die letzten Busse fahren, heißt es Pumpen auf Zeit, zum Bus hetzten und nach Hause. Mittwoch mussten wir dann in die Baumschule und 2000 Pflanztüten mit Erde füllen, was den ganzen Morgen ausfüllte. Eine ziemlich langweilige Arbeit, die aber durch die Gesellshaft dreier junger Ecuadorianer erträglicher wurde. Nach dem wir nach dem Mittag noch ein paar Bäumchen umverfrachtet haben, kamen auch schon einige unsere Gemüseklienten um mit uns nach der Arbeit Fussball zu spielen. Mit 6 gegen 6 kam so ein ordentliches Spiel bis in die Nacht zu stande. Da der Garten nun langsam soweit ist, dass wir nicht mehr soviel Arbeit investieren müssen, es bleibt nun mehr Zeit für andere Dinge auf und ausserhalb der Farm. Um unsere lokale Gemeinde zu unterstützen, werden ein paar Freiwillige einmal die Woche dort aushelfen. In der vergangenen Woche, waren Elin, Shane und ich bei einer der Familien ungefähr 20min Fussmarsch von der Farm, um in deren Gemüsegarten auszuhelfen. Im Grunde keine andere Arbeit als bei uns im Gemüsegarten; Beete herrichten, Unkrauten und Komposten. So können wir das Gelernte aus unserem Garten auf andere Gärten übertragen und gleichzeitig auch noch Spanisch lernen. Rein zufällig hatten wir herrausbekommen, dass Donnerstag auch noch Shanes 30. Geburtstag war, also planten wir eine Art Überraschungsparty; luden Stuart und ein paar Freunde ein, besorgten einen Kuchen, Bier und Puntas. Da am Nachmittag noch Heather (USA – 2 Monate) angekommen war, war es gleichzeitig auch noch eine Willkommensparty. Nach einem ausgiebigem Abendbrot gesellten wir uns dann ums Feuer und spielten Karten. Gegen halb 4 waren wir dann alle im Bett und genossen unsere 3h Schlaf. Der nächste Tag zog sich nur so dahin, total verkatert und bei regnerischem Wetter wollter keiner so richtig arbeiten. Aber irgendwann war es dann auch um 4, ich wechselte in meine Sportsachen und machte mich ins Fitness. Samstag konnten wir dann alle einmal auschlafen und gegen Mittag trennten sich dann die Wege der Freiwilligen. Die zwei jungen Enländerinnen machten sich auf den Weg in ihr nächstes Projekt. Elin, die Schwedin und Heather fuhren nach Ibarra, um dort das Wochenende zu verbringen und Shane und Ich fuhren nach Quito um uns mit ein paar Ex-Freiwilligen zu treffen. Nach einem 4stündigen Abendessen, bei All-you-can-eat-and-drink für 12,50, einem Esswettbewerb, einigen Bieren und Cocktails endeten wir dann wie immer in den Discoschuppen der Mariscal im Zentrum Quitos. Sonntag fuhr ich dann zurück zur Farm, während Shane noch in Quito blieb und seine Flug umbuchen wollte. Für die kommende Woche werden zwei weiter Freiwillige erwartet und da am nächsten Wochenende der Karneval vor der Tür steht und wir den 23. Und 24. ebenfalls frei haben, planen Kai und ich schon unsere nächste Tour. Wahrscheinlich in die 17h entfernte Provinz Loja.

Cuicocha, Cayambe, Lagunas Mojanda und Halbjahres Seminar

Veröffentlicht in Up To Date am Februar 10, 2009 von paulnaglatzki

Da 4 weitere Freiwillige am Montag der letzten Januarwoche ankamen, mussten noch mehr Betten besorgen und auf die Zimmer verteilen. Gegen Mittag trafen dann Martino (Italien -2 Wochen), Andrew und Rebecca (Alaska – 1 Woche) und Lucy (England – 1 Woche) ein. Nach ein paar einführenden Worten von Stuart ging die Arbeit dann auch schon für uns alle los. Da viele der letzten Freiwilligen das Spanischangebot nutzten, war unser Spanischlehrer Tito die gesamte Woche auf der Farm vollzeitbeschäftigt. Demzufolge hatten wir eine Person mehr am Mittagstisch zu füttern. Zu Spitzenzeiten in dieser Woche waren wir 12 Personen aus 6 verschiedenen Ländern, was zum einen sprachlichen und kulturellen Austausch mit sich brachte. Am Mittwoch machte ich mich dann auf den Weg nach Quito um mich Donnerstagfrüh mit Elin (Schweden – 6 Monate) zu treffen und sie auf die Farm zu bringen. Sie ist eine Langzeitfreiwillige der selben Organisation, wie auch Alex und ich; eben „nur“ für ein halbes Jahr. Abwechslung brachte mal wieder die Baumschule, da wir am Freitag ein Inspektion hatten, mussten wir diese in Schuss bringen. Dies stellte sich aber alsbald als Problem raus, da 120 000 Bäumchen reorganisiert und von Unkraut befreit werden mussten. Folglich machten wir nur das nötigste, soviel wir halt konnten. Zwischenzeitlich beluden wir noch einen LKW mit 2000 Bäumchen. Am Wochenende machten wir mit den neuen Freiwilligen eine Tour nach Otavalo und zu dem nahegelegenen Vulkansee Cuicocha. Nach eine Tour über den mal wieder überfüllten Markt von Otavalo brachen wir über Quiroga nach Cuicocha, zur Kraterlagune, auf. Da das Wetter super war und ich meine Badehose dabei hatte, sprangen wir ins kühle Nass auf 3000m und erkundeten die Umgebung um die Lagune. Am Abend fuhren wir dann nach Cayambe verbrachten den Abend tanzend in der Discothek ‚La Choza‘. Da der Sonntag der letzte Tag für den Großteil der derzeit Kurzzeitfreiwilligen war, wollten wir noch etwas machen und nicht völlig verkatert im Bett verbringen. Also beschlossen wir, zu den nahegelegenen Kraterlagunen Lagunas Mojanda hinaufzusteigen. Der ursprüngliche Plan bestand darin, eines der vorbeifahrende Trucks anzuhalten und bis zu den Kraterseen hinauf zu trampen, das Problem war nur, das es keine Trucks gab. Nach 2h mühsamsten Aufsteigens riefen wir ein Camionetta, das uns bis ganz oben bringen sollte. Unglücklicher Weise wollte unser Fahrer nur ¾ des Weges nach oben fahren. Also mussten wir die letzten 4km und 400 Höhenmeter zu Fuss überwinden. Am größten See angekommen, schwamen wir im superkalten Wasser auf 4000m. Doch alsbald machten wir uns Sorgen um unseren Rückweg, da es bereits 4 Uhr Nachmittags war und der Abstieg mindestens 3h dauerte. Zum Glück kam ein PickUp vorbei und nahmen uns mit. Am folgenden Tag machten sich Alex und ich auf den Weg nach Quito, da wir die folgende Woche Halbjahresseminar mit den ganzen anderen Freiwilligen hatten. Um halb 10 Uhr morgens trafen wir uns allesamt in Cumbaya und fuhren mit dem Taxi in das Seminarhaus von San Patricio in Lumbisi. Es folgten 3 Tage intensivstes Auswertungsseminar mit unserer Freiwilligengruppe. Jeder musste zunächst sein Projekt und seine Arbeit in einer Präsentation darstellen, was aber nach der dritten Präsentation über Colegiós ziemlich langweillig wurde. Zum Glück war unsere ueber die Farm etwas auflockernd. Weiterhin folgten Einschätzungen der bisherigen Erlebnisse in der Familie und im Projekt, Erwartungen an das kommende Halbjahr und was verbessert werden kann. Der ein Großteil der Freiwilligen in Schulen arbeitet, lagen die Schwerpunkte auf der Lerneinstellung der Schüler. Fast keiner der Freiwilligen konnte von einem wirklich merklich sichtbaren Erfolg oder Fortschritt seiner Schüler berichten. Es gab hier und da Ansätze die Umstände zu bessern, doch letztendlich ist das gesamte Schulsystem mehr oder weniger ein Disaster, viel zu ändern gibt es da, seitens der Freiwilligen, nicht. Am 4. und letzen Tag wurde dann über die Zukunft der Fundación VASE gesprochen. Unter anderem ging es um die Ausdehnung der Fundación, ein Werbevideo und einige soziale Gruppenprojekte. Alles in allem ein relativ positives Seminar, da die langgezogenen Phasen mit kleinen Zwischenaktivitäten aufgelockert wurden. Da wir das ursprünglich 5-tägige Seminar durch zügiges Arbeiten auf 4 Tage verkürzen konnten, bekamen wir den Freitag frei. Doch was tun, mit einem langen Wochenende?! – Reisen! Nur die Frage – Wohin? Nach längerem hin und her fiel Kai’s und meine Wahl auf Baños, Touristenhochburg Ecuadors 4h südlich von Quito, auf 1800m. Bekannt für seinen zahlreichen Wasserfälle und heißen Quellen, wie der Name Baños (Bäder) ja schon sagt. Ich rief also Elin und Shane auf der Farm an, ob sie nicht auch mit kommen wollten und schon waren wir Freitagmorgen zu 5. unterwegs, da Alex auch noch kurzfristig mitkam. Gegen Mittag bezogen wir unser Hostal und wollten die ersten Quellen besuchen, die jedoch geschlossen waren. Also stiegen wir den 768 treppenstuffenhohe Berggrat hinauf, zur Jungfrau von Baños. Da die steinerne Statue wie eine Schutzheilige über die Stadt wacht, hat man einen perfekten Ausblick auf das im Tal von Nebelwald liegende Städtchen. Am Abend, nach einigen Mojitos ging es dann in einen der zahllosen Clubs. Dort trafen wir dann auf die 15 englischen Schüler mit denen wir Mitte Januar bereits 1000 Bäume in Peribuela gepflanzt hatten. So waren wir einen Gruppe von 20 Gringos, die Baños unsicher machten. Nach stundenlangem tanzen zu Reggeaton ging es dann auch nach Hause, da wir am nächten Tag Fahrräder ausleihen wollten und die Wasserfallroute abfahren wolllten. Gegen Samstagmitag saßen wir dann auf unseren Drahteseln auf dem Weg nach Westen, immer bergab, in Richtung Puyo. Doch bereits nach den ersten 500m hatten wir die erste Panne, ein Nagle im Reifen. Zum Glück hatte uns der Fahrradverleih zwei Ersatzreifen mitgegeben, sodass wir das kaputte Rad schnellstens reparieren konnten, und unsere 12 personenstarke Gruppe die Fahrt wieder aufnehmen konnte. Es ging an zahllosen und unterschiedlichsten Wasserfällen vorbei, bis dann auch ich ein Loch im Reifen hatte, und wir den letzten Ersatzschlauch dafür verwendeten. Eine weiter Panne konnten wir uns nicht leisten, da es weder Flickzeug, noch Erssatzreifgen gab. Doch nach einer weiteren halben Stunde die Serpentinenstraße hinab war der nächste Reifen platt. Da es zu allem Übel auch noch wie aus Kannen goß, blieben drei Weitere in einer Schützhütte zurueck. Wir nahmen jedoch die letzten 5Km in Angriff, der Regen stoppte, die Wolken rissen auf und die Sonne begleitete uns für den Rest des Tages. Am Wasserfall Pailón del Diablo angekommen, war das Ende unserer Radtour gekommen, wir ließen unsere Räder stehen und machten uns zu Fuss hinab zum Wasserfall des Rio Pastaz, dort führte eine wacklige Hängebrücke über die reißenden Wassermassen, die nur 5 Leute zur gleichen Zeit tragen konnte. Von dort bekam man einen überwältigenden Eindruck über den 100m hohen Wasserfall. Danach stiegen wir zum oberen Teil des Wasserfalles auf. Auf Grund der unzähligen Touristen, aus Ecuador und aller Welt, konnte man den Wasserfall von verschiedenen kuenstlich angelegten Balkons aus bewundern. Des weitern führte ein kleiner Tunnel in der Felswand, hinauf, direkt hinter den Wasserfall, wo man nach Sekunden bereits total durchnäßt war. Das Rauschen und der dichte Nebel machten sehen und hören fast unmöglich. Nach dieser Dusche im Wasserfall machten wir uns auf den Rückweg, zurück zu unseren Fahrrädern und nach einem ausgiebiegem Mittagessen ging es dann zusammen mit unseren Fahrrädern in einem LKW zurück nach Baños. Da das klare Wetter immernoch anhielt, konnten wir Blicke auf den aktiven, qualmenden Vulkan Tungurahua (5029m) erhaschen. Den Abend verbrachten wir dann in einer der typischen Eci-Discos. Gegen 4 Uhr morgens entschlossen wir uns dann noch einen Abstecher in die heißen Quellen zu machen. Also Badesachen an und ab ins Taxi. Zu aller Überraschung waren die Bäder sehr voll, um nicht zu sagen überfüllt. Wir gesellten uns zu der Menschenmaße und schliefen fast in dem angenehm warmen Wasser ein. Der Plan sah vor, den Sonnenaufgang in den heißen Quellen zu verbringen, doch als bis halb 6 noch immer kein Licht am Horizont zu sehen war, verließen wir die Bäder und kehrten ins Hostal zurück. Am nächsten Tag stand die Rückreise bevor, wir quälten uns aus dem Bett, besichtigten noch ein Museum, welches Geschenke an die Jungfrau von Baños ausstellte und fuhren am Nachmittag zurück auf die Farm.

Fertigstellung des Freiwilligenhauses und Wochenendausflug nach Chachimbiro

Veröffentlicht in Up To Date am Februar 10, 2009 von paulnaglatzki

Die vorletzte Januarwoche wurde dem neuen Freiwilligenhaus gewidmet. Das Ziel war es, die gesamte Koch- und Esseinrichtung in einen größeren Teil des Hauses zu verlegen. Dazu musste die neue, riesige Küche entrümpelt werden, gestrichen und gewischt werden. Ausserdem brauchten wir einen neuen Schrank mit Arbeitsfläche und Waschbecken, sowie einen Tisch für unseren Herd. Dazu hatten wir unseren Hausmeister (àka Alleskönner) Hairo, er zimmerte uns die benötigten Möbel, machte die Klempnerarbeiten, reparierte das Elektriksystem und stopfte die Löcher im Dach. Während die letzten Streicharbeiten dann in der Küche abgeschlossen wurden, verlagerte sich die Drecksarbeit ins neue Wohn-/Ess-/Chill-outzimmer. Der riesige Kamin wurde gereinigt und zum Laufen gebracht und ein paar Möbel aus einem alten Schrank zusammengezimmert. Ein bischen Farbe und ein gemopter Fussboden machten alles gemütlicher. Schliesslich wurden ein paar neue Betten in die Zimmer verteilt, um die neuen Freiwilligen aufzunehmen. Zum Glück bekamen Alex und ich Hilfe von zwei weiteren Freiwilligen. Zum einen ist der Langzweitfreiwillige Shane (Irland – 2 Monate) angekommen und zum anderen Lilly (USA – 1 Woche). Gegen Ende der Woche war dann ein Ende zu erkennen und Freitag waren wir fertig und weihten das neue Haus mit einer Flasche Puntas, einer Kiste Bier und einem großen Feuer ein. Zu Besuch kamen Stuart, seine Freundin Amy und mein Kumpel Alonzo aus Tabacundo. Nachdem ich aus dem Fitnessstudio zurückkam, machten wir Naranjiasaft und mixten es mit Puntas, ein 75%iger Alkohol aus Zuckerrohr. Bei Feuer, Alkohol und Alex’s Gitarre brachten wir so bis früh um 2 zu. Am nächsten Morgen ging es dann um 8 auf in Richtung Chachimbiro; Termalbäder im Norden von Ibarra ca. 3h nördlich von der Farm. Nach 2h kamen wir dann in Ibarra an und nahmen den nächsten Bus in Richtung Urcuqui und Chachimbiro. Um 1 kamen wir dann an den heißen Quellen an, buchten unser Wochenende für 25USD pro Person, inklusive 3 Mahlzeit, Zimmer und Zugang zu allen Bereichen am Samstag und Sonntag. Nachdem wir die Umgebung erkundet hatten und unser Zimmer bezogen hatten, begannen wir zwischen den zahlreichen, unterschiedlich temperierten Pools hin- und herzuwechseln. Gegen Abend besorgten wir uns dann eine Kiste Bier und tranken Bier in den Quellen. Da mein Kumpel Alonzo ebenfalls mit uns gekommen war, sprachen wir fast ausschliesslich Spanisch. Nach dem Abendbrot gingen wir dann in die Karaokebar und da wir die einizigen Gäste waren, hatten wir freie Musikwahl und tanzten zu Salsa, Merengue und Elektronik bis zum Abwinken. Da die Becken die ganze Nacht geoeffnet waren, gingen wir danach noch in die heißen Quellen und schlugen die Zeit fast bis zur Morgendämerung tot. Sonntag füllten wir mit einige Saunagängen, Schlammbädern und ein paar sportlichen Aktiväten im Schwimmerbecken. Gegen 3 nahmen wir dann ein Camionetta zurück nach Ibarra und von dort aus zurück zur Farm.

Drei neue Freiwillige und 20 Schüler aus Quito

Veröffentlicht in Up To Date am Februar 10, 2009 von paulnaglatzki

Mitte Januar war es dann mal wieder soweit, wir bekamen unsere zweite Schulklasse aus Quito. Ursprünglich sollten über das gesamte Schuljahr verteilt jeder zweite Woche mindestens 60 Schüler die Farm besuchen kommen und dort an Unterricht im Praxisverbund teilnehmen. Bislang blieben diese jedoch aus, nur zwei Schulklassen haben bis jetzt die Farm aufgesucht. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, hautsächlich liegt es aber daran, dass der Bildungsminister die Zusammenarbeit mit NGO (None Profit Organizations – Nicht Gewinnbringende Vereine) und Schulen zum großen Teil unterbunden hat, da es in den vergangenen Jahren wohl ziemliche Probleme dabei gab. Aber vorraussichtlich werden gegen Ende des Schuljahres wieder mehr Klassen kommen, da es zum einen eine große Hilfe auf der Farm ist und zum andern eine Haupteinnahmequelle unserer NGO FBU ist. Ausserdem ist es abwechslungsreich, ein paar neue Gesichter auf der Farm zu sehen, Spanisch zu sprechen, Fussball zu spielen und andere Projekte mit den Schuelern, ausserhalb des Gartens, zu starten. So waren wir zum Beispiel mit der letzten Klasse auf 3500m des nahegelegenen Vulkans Fuya Fuya und haben dort in der endlosen Grasslandschaft 220 Bäume gepflanzt. Dazu mussten wir zu erst musste eine Fläche von 2mx2m vom meterhohen Grass befreien und danach an dem steilen Hang ein Loch von 30cmx30cmx30cm graben. Die fruchtbare Schwarzerde bietet dort ideale Startbedingungen für die Yagual-Büsche, die wir dort pflanzten. Die restliche Woche verlief relativ zügig, da die Gartenarbeit von 3 neuen Freiwilligen aufgelockert wurde. Zusätzlich zu Alex, Sarah und mir, kam Shane (Irland – 2 Monate) und Max und Mono (Belgien – 1 Woche), so waren wir zu sechst und haben einiges im Garten erledigen können. Am Freitagabend wurden wir dann von den Schülern auf einen gemütlichen Abend bei Kaminfeuer und Reggeaton eingeladen. Da Alex und ich weder zu Reggeaton, noch zu Salsa oder Merengue tanzen konnten, versuchten uns die 17jährigen ein paar Schritte beizubringen, was sich aber als hoffnungslos herrausstellte. Am Samstagmorgen ging es dann nach einer langen Nacht erneut zum Bäumepflanzen in ein Naturreservat; Bosque Protector de Jerusalem, 1h Busfahrt von der Farm. Der an Steppenwald erinnernde Wald, in Mitten eines Tales, bestand hauptsächlich aus Trockenbüschen und mannshohem Grassland. Auch hier pflanzte jeder Schüler 10 neue Yagual-Büsche.